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Römischer Münzschatz auf dem Zugerberg entdeckt

Gut versteckt in einem abgelegenen Waldstück auf dem Zugerberg: Zwölf römische Silbermünzen geprägt zwischen 241 und 255 nach Christus. Erkennbar sind die mit Strahlenkrone bekränzten Büsten der Kaiser Gordian III., Volusian und Valerian I. sowie die auf einer Mondsichel ruhende Büste der Kaiserin Otacilia Severa (Ehefrau von Philipp I.). Die sichtbaren Münzrückseiten zeigen die Gottheiten Sol mit Globus, Jupiter mit Zepter und Blitzbündel, Mars mit Speer und Schild, Concordia sitzend mit Opferschale und Füllhorn sowie Victoria mit Palmzweig und Schild, unter dem ein Gefangener am Boden sitzt. (Bild: PD)

(vv/pd) In einem abgelgegenen Waldstück auf dem Zugerberg wurden römische Münzen gefunden. Die Münzen lagen eng beieinander, was darauf hinweise, dass sie sich ursprünglich in einem Behältnis aus einem vergänglichen Material befunden haben dürften, zum Beispiel in einem Beutel aus Stoff oder Leder oder in einem Holzgefäss, schreibt die Direktion des Innern in einer Mitteilung. Die Münzen wurden im Namen verschiedener Kaiser und einer Kaiserin geprägt und können in die Zeit zwischen 241 und 255 nach Christus datiert werden. Bei den zwölf Münzen handelt es sich um sogenannte Antoniniane.
Der Antoninian wurde unter Kaiser Caracalla im Jahre 215 nach Christus als Zahlungsmittel eingeführt und besass zu Beginn seiner Ausprägung ein Sollgewicht von 5,1 Gramm. Aufgrund der politischen und wirtschaftlichen Entwicklung im 3. Jahrhundert erfuhr er eine derart drastische Entwertung, dass er gegen Ende des Jahrhunderts nur noch eine kleine Kupfermünze war, die kaum noch Silber enthielt. Die Münzen vom Zugerberg besitzen ein Durchschnittsgewicht von 3,45 Gramm. Dass die älteste Münze nur gerade 14 Jahre älter als die jüngste ist, lässt sich leicht mit der fortschreitenden Abnahme des Silbergehalts dieser Münzen erklären. Die älteren Geldstücke mit höherem Silbergehalt verschwanden jeweils rasch aus dem Umlauf und wanderten in die Spartöpfe oder in den Schmelztiegel. Die zwölf Münzen vom Zugerberg dürften kurz nach dem Jahre 255 versteckt worden sein, um sie später wieder hervorzuholen.
Die Bestimmung der damaligen Kaufkraft der Münzen sei sehr schwierig, da sich die überlieferten Angaben auf unterschiedliche Zeitpunkte und Regionen beziehen würden, schreibt die Direktion des Innern. Der «Schatz» auf dem Zugerberg stellte sicherlich keinen enorm hohen Betrag dar, umso mehr ist er geschichtlich von grossem Interesse. «Der Fund ist für den Kanton Zug einzigartig und ein wichtiges Zeugnis für den lokalen römischen Geldumlauf in einer politisch unruhigen und wirtschaftlich unsicheren Zeit», so Stefan Hochuli, Leiter Amt für Denkmalpflege und Archäologie.

Quelle: https://www.luzernerzeitung.ch/13.11.2019

 

Metalldetektorsuche – Fluch oder Segen für die Archäologie?
Ein Beitrag von Bluewin veröffentlicht am 09.05.2019

 
 
 
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